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Nachhilfe Ausgaben & Kosten in Deutschland

Die durchschnittliche jährliche Schülerzahl in Deutschland beläuft sich auf ca. 8,5 Millionen Schüler und Schülerinnen. Nach einer in 2010 vom Bertelsmann Verlag veröffentlichten Studie nehmen davon knapp 1,1 Millionen Schüler und Schülerinnen regelmäßig das Angebot privater oder institutioneller Nachhilfe in Anspruch. Das sind ungefähr 12 Prozent der Gesamtschülerzahl.

Die Preise für Nachhilfe in Deutschland sind alles andere als günstig. Die Ausgaben, die Eltern für die Nachhilfe ihrer Kinder bereit sind zu zahlen, liegen laut Bertelsmann jährlich zwischen 942 Millionen und 1,47 Milliarden Euro. Dies beschert Deutschland zweifelsfrei einen Spitzenplatz im europäischen Vergleich der nationalen Ausgaben für Nachhilfe.

 

Nachhilfe in Deutschland - Zahlen & Fakten

Gerade vor Ende der Grundschulzeit, wenn es um Empfehlungen für weiterführende Schulen geht, zukunftsorientierte Entscheidungen bezüglich der Auswahl des weiteren Schulsystems anstehen, wird Nachhilfeunterricht oft in Betracht gezogen. So nahmen laut IGLU-Studie im Jahr 2006 14,8 Prozent der Viertklässler Nachhilfe im Fach Deutsch.

Nach den Ergebnissen der PISA-Studie nahmen im Bundesländerschnitt 19,1 Prozent aller 15-jährigen Schüler im Jahr 2003 Nachhilfe für Mathematik in Anspruch.

 

Die steigenden Ausgaben für Nachhilfe in den letzten Jahren, belegen deutlich die zunehmende Unzufriedenheit der Eltern mit der individuellen Förderung der Schüler an unseren deutschen Schulen. Nachhilfe ist heutzutage in Deutschland keine Ausnahme mehr. Dies ist laut Bertelsmann ein ernstzunehmendes Signal für unser Bildungssystem. Eltern sehen die Investition in Nachhilfe als sinnvoll an, jedoch können sich einkommensschwache Familien diese meist nicht leisten. Die Chancengleichheit im Bildungssystem verschlechtere sich somit. Hoffnung verspricht hier das 2011 auf den Weg gebrachte Bildungs- und Teilhabepaket.

Im Durchschnitt geben deutsche Eltern jährlich 108 Euro je Schüler an allgemeinbildenden Schulen für Nachhilfe aus. Allerdings unterscheiden sich die Ausgaben für Nachhilfe im Bundesländervergleich deutlich. Die Spanne reicht von 74 (Meckl.Vorpom.) bis 131 Euro je Schüler (Hamburg).

Grafik zu Nachhilfe Preise und Ausgaben im Bundesländervergleich 2010
Ausgaben für Nachhilfe im Bundesländervergleich 2010

Zudem lässt sich an Hand der Bertelsmann Studie 2010 ein Ost-West-Gefälle erkennen. Während beispielsweise in Baden-Württemberg 18,5 Prozent der Viertklässler Nachhilfe in Deutsch bekommen, sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 8,8 Prozent. Aktuelle Studien zu den Ausgaben für Nachhilfe in Deutschland liegen leider nicht vor, sodass wir uns auf die Statistiken der vorhergehenden Jahre beschränken müssen.

 

Internationaler Vergleich: Deutschland liegt bei der Inanspruchnahme von Nachhilfe bei den Fünfzehnjährigen zwar unterhalb des OECD-Durchschnitts von 26,3 Prozent, jedoch ist in den skandinavischen Ländern der Anteil der Fünfzehnjährigen, die Nachhilfe bekommen, deutlich niedriger. Beispielsweise liegt er in Finnland bei nur 2,4 Prozent

 

Laut einer von Stiftung Warentest durchgeführten Befragung von Mitarbeitern kommerzieller Nachhilfe-Institute wird Nachhilfeunterricht dort in der Regel zweimal pro Woche für 90 Minuten in Anspruch genommen. Eine parallel bei Eltern durchgeführte Internetbefragung ergab, dass hierfür jährliche Nachhilfe Kosten in Höhe von bis zu 1.550 Euro pro Kind anfallen, monatlich also knapp 130 Euro. (Stiftung Warentest 2006, S. 81f.)

 

 

Video der Bertelsmann Stiftung zur Nachhilfe Situation in Deutschland.